Lernende Organisation

20120808-IMG_1638-12Mehrere Stunden pro Woche werden unsere Kinder in unserer Einrichtung von einer qualifizierten Fachkraft im Umgang mit Computern geschult

Ein Waisenheim mit mehr als 30 Kindern ist eine Unternehmung, die jeden Tag neue Herausforderungen präsentiert. Die Gesundheit der bei uns lebenden Kinder, ihre Schulausbildung und ihr Sozialverhalten erfordern täglich Entscheidungen unseres Mitarbeiterinnen-Teams und der (einheimischen) Verwaltungsleiterin vor Ort. Das gilt natürlich ebenso für Ereignisse im Umfeld des Heimes. Kontakte mit Schulen, Behörden und Lieferanten gehören zum alltäglichen Geschäft. Aber auch Fragen, die die gesamte Heimstruktur herausfordern sind zu bewältigen. Dabei bewährte sich unser Team wie auch die Kinder in unserem Heim als anpassungs- und optimierungsfähige Gemeinschaft.

  • Der Brunnen unseres ersten in Cap Haitien angemieteten Hauses führte mit Beginn der Trockenperiode kein Wasser mehr. Dieses Problem löste unser Team indem sie selbstständig ein neues Haus auswählten, den Umzug in ein neues Haus organisierten und die bei uns lebenden Kinder sich völlig neu einrichteten – von den Wohnräumen bis zu neuen Schulwegen.
  • Zu Beginn unserer Arbeit war die Betreuung der Kinder in einem Schichtarbeits-System geregelt. Hierbei kam es zu Mitarbeiterfluktuation und hohen Personalkosten. Die Lösung, die unser Team entwickelte orientierte sich an den SOS-Kinderdörfer in Cap Haitien – dort machte man gute Erfahrungen mit dem Kinderhaus-Mutter-System. Diese Lösung wurde auf die Bedürfnisse unserer Einrichtung angepasst und erfolgreich implementiert.
  • Kontinuierlich sammelt unser Team in Haiti, wie auch die Vereinsführung in Oldenburg, Erfahrungen, die zu Kosteneinsparungen und Ablaufoptimierungen führen. Wie zum Thema „Ausgaben“ bereits berichtet, ist unser Team vor Ort darin geübt, alle Ausgaben auf Grundlage einer monatlichen Kostenplanung vorzunehmen.
  • Auch ist zu erwähnen, dass Jugendliche, die bereits seit langer Zeit in unserem Heim leben, neben ihren allgemeinen Verpflichtungen einen Teil der Fürsorge für die jüngeren Kinder übernommen haben, um Kosten im Bereich Mitarbeiterlöhne stabil zu halten.
  • Für unseren Verein in Deutschland und für unsere Kinder und Mitarbeiterinnen in Haiti lag Anfang 2010 eine große Herausforderung darin, nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti in kürzester Zeit ein neues Heim einzurichten und die neu aufgenommenen Erdbebenwaisen in das System zu integrieren.
  • Zum 1. Januar 2014 hatten wir einer Mitarbeiterin fristgerecht gekündigt. Ihre Aufgaben werden nach dem Schulvormittag seit Januar 2014 von Julianie erfüllt. Die Arbeit einer weiteren Mitarbeiterin wurde zunächst von einer Nachbarin und dann seit dem 15.08.14 von Guerline verrichtet. Julianie lebt seit fast 16 Jahren bei uns, Guerline seit 11 Jahren.
  • Außer den Tätigkeiten von Herrn Mergli, unserem Wachmann und Hausmeister, und denen unserer Hausleiterin Frau Silotte werden nun alle Arbeiten von unseren Kindern und Jugendlichen gemeinsam erledigt.
  • 2014 konnte ein einheimischer Allgemeinmediziner gegen eine geringe Aufwandsentschädigung dazu gewonnen werden, alle zwei Wochen Konsultationen in unserer Einrichtung durchzuführen.

Häufig gilt es abzuwägen, welche Schritte in einem fremden Staat einleitet werden dürfen und welches Vorgehen vermieden werden sollte. Ohne Beobachtung und Reagieren auf die hier beispielhaft genannten Veränderungen wäre das Waisenheim von Kinder in Haiti schnell in seiner Existenz bedroht.

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