Lernende Organisation

Lernende Organisation

Häufig gilt es abzuwägen, welche Schritte in einem fremden Staat einleitet werden dürfen und welches Vorgehen vermieden werden sollte. Ohne Beobachten und Reagieren auf die hier beispielhaft genannten Veränderungen wäre das Waisenheim von Kinder in Haiti schnell in seiner Existenz bedroht.

Mehrere Stunden pro Woche werden die Kinder in unserer Einrichtung von M Francy und Junior im Umgang mit Computern geschult. Die Kinder und Jugendlichen lernen den Umgang mit MS Word, MS PowerPoint und MS Excel.

Ein Waisenheim mit einer sehr flexiblen Anzahl von Kindern und Jugendlichen (nach dem Erdbeben bis zu 57 Kindern, spätere Rückführung von Kindern zu von uns gesuchten Angehörigen, Zuweisung von Sozialbehörden und Polizei "gefundener" Kinder) ist eine Unternehmung, die jeden Tag neue Herausforderungen präsentiert. Die Gesundheit der bei uns lebenden Kinder, ihre Schulausbildung und ihr Sozialverhalten erfordern täglich Entscheidungen unseres Mitarbeiterinnen-Teams und der (einheimischen) Verwaltungsleiterin vor Ort. Das gilt natürlich ebenso für Ereignisse im Umfeld des Heimes. Kontakte mit Schulen, Behörden und Lieferanten gehören zum alltäglichen Geschäft. Aber auch Fragen, die die gesamte Heimstruktur herausfordern sind zu bewältigen. Dabei müssen sich unser Team wie auch die Kinder in unserem Heim als anpassungs- und optimierungsfähige Gemeinschaft täglich neu bewähren.

An jedem letzten Freitag im Monat um 16 Uhr treffen sich alle Bewohner zum Kinderparlament. Hier werden Beschwerden, Verbesserungsvorschläge und gemeinsame Vorhaben besprochen.

Nach ernsten Beschwerden der Kindervertretung konnten im Juli 2017 die Stellen

  • der Hausleiterin mit der neu eingestellten Mitarbeiterin Frau Marie Chantal
  • des Hausmeisters und Wachmanns mit unseren Jugendlichen Serge und Francilie
  • des Transporteurs durch vier unserer Jugendlichen
  • der Computerlehrerin durch Mr Francy und Junior

neu, fachgerecht und kostengünstig zur Zurfriedenheit aller Bewohner besetzt werden.

Im Kinderplenum haben Jugendliche, die bereits seit langer Zeit in unserem Heim leben, zugestimmt, neben ihren allgemeinen Verpflichtungen einen Teil der Fürsorge für die jüngeren Kinder zu übernehmen. Verantwortlich zuständig für die jüngeren Kindern ist Mme Pele, die sich früher ausschließlich um die Kleinkinder Jeffline und Jefte gekümmert hatte.

Zu Beginn unserer Arbeit war die Betreuung der Kinder in einem Schichtarbeits-System geregelt. Hierbei kam es zu Mitarbeiterfluktuation und hohen Personalkosten. Die Lösung, die unser Team entwickelte, orientierte sich an den SOS-Kinderdörfern in Cap Haitien – dort machte man gute Erfahrungen mit dem Kinderhaus-Mutter-System. Diese Lösung wurde auf die Bedürfnisse unserer Einrichtung angepasst, erfolgreich implementiert und bis heute fortgeführt.

Kinder in Haiti e.V. … wir machen Zukunft

Abend Re-view

Allabendlich vor Sonnenuntergang, um sechs Uhr, wird im überdachten Anbau unsere fest installierte große Holztrommel geschlagen. In einer Retro-Spective kann jeder über Schönes und weniger Schönes vom vergangenen Tag berichten und Vorschläge für den nächsten Tag machen.

Für unseren Verein in Deutschland und für unsere Kinder und Mitarbeiterinnen in Haiti lag Anfang 2010 eine große Herausforderung darin, nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti in kürzester Zeit ein neues Heim einzurichten und die neu aufgenommenen Erdbebenwaisen in das System zu integrieren.

Neben der Spendenbereitschaft in Deutschland bildeten die Sonnenuntergangstreffen in unserem Kinderheim die Basis für die gelungene Aufnahme der vielen Erdbebenwaisen aus dem Süden Haitis.

Der Brunnen unseres ersten in Cap Haitien angemieteten Hauses führte mit Beginn der Trockenperiode kein Wasser mehr. Dieses Problem löste unser Team indem sie selbstständig ein neues Haus auswählten, den Umzug in ein neues Haus organisierten und die bei uns lebenden Kinder sich völlig neu einrichteten – von den Wohnräumen bis zu neuen Schulwegen.

Kontinuierlich sammelt unser Team in Haiti, wie auch die Vereinsführung in Oldenburg, Erfahrungen, die zu Kosteneinsparungen und Ablaufoptimierungen führen. Wie zum Thema „Ausgaben“ bereits berichtet, ist unser Team vor Ort darin geübt, alle Ausgaben auf Grundlage einer monatlichen Kostenplanung vorzunehmen.

Wir machen Zukunft ... mit Pauken und Trompeten

08.08.2017: Mit viel Verspätung, aber unversehrt, ist unser Paket mit gebrauchten Musikinstrumenten im Kinderheim angekommen. Mr Francy, einheimischer Musiklehrer und Computerfachmann, hat den Auftrag, mit unseren Kindern und Jugendlichen ein kleines Orchester aufzubauen.

Mme Lidwine, unsere Verwaltungsleiterin, sorgt in den langen Sommerferien für fachspezifische Weiterbildungen, Mr Francy und Junior an den Samstagen für PC-Kurse und musikalische Arbeit.